Weihnachtsfeier, Sommerferien und Besuch

Ja, ich schreibe mal wieder. Die letzten paar Wochen habe ich mir eine Pause von den Blogeinträgen genommen, da ich ja über interessante Dinge berichten will.

Deshalb kommt erst jetzt wieder ein Bericht. Die letzten zwei Wochen wurde in meinen Arbeitsstellen der Alltag etwas anders. In unseren Schule gibt es nämlich zwischen den großen Jahreszeiten (Sommer und Winter) keine Ferien. In den Sommermonaten, also Dezember, Januar und Februar, sind die Schulen dann aber für die langen Sommerferien geschlossen. Um so näher die Ferien gerückt sind gab es immer mehr Feste.

Angefangen hat es in Villa Independiente. Dort gab es schon zwei Wochen vor den Ferien großen Besuch vom colegio Militar also von einer Militärschule. Nicht nur, dass es heiße Schokolade, Paneton und Geschenke gab. Zu dem kam noch ein komplettes Orchester, was Weihnachtslieder gespielt hat. Die Kinder haben getanzt, vorgesungen und sich vorallem total gefreut.

Weiter ging es Anfang dieser Woche mit einem Besuch bei der Polizei. Mit einem Bus der Polizei wurden wir dort hingefahren und es war ein Programm aus einer Geschichte über Weihnachten, Tanzen und einer Vorführung, was die Polizeihunde alles können. Die Kinder haben wieder Geschenke gekriegt und es war wirklich schön.

Im Colegio Milagros hat es natürlich auch nicht an Festlichkeiten gefehlt.

Was ich vielleicht noch erwähnen kann, ist dass beide Schule Grundschulen sind die bis zur 6. Klasse gehen. Am Ende des Schuljahrs hat dann die 6. Klasse einen ganz kleinen Abiball der sich baile de promoción nennt. Da ich in Colegio Milagros die 6. Klassen unterrichte wurde ich dafür eingeladen. Und es war wirklich schön. Typisch peruanisch hat es natürlich später angefangen, als mir gesagt wurde und war auch nicht ganz so organisiert . Es wurde wie immer viel getanzt und gegessen.

In dieser Woche, der letzten Woche vor den Ferien, gab es dann nochmal Feste. Am Montag ein Fest für die 6. Klassen, am Mittwoch ein Fest, bei dem Villancicos (Lieder zu Weihnachten) gesungen und vorgeführt wurden und dann am Donnerstag eine Chocolatada. In den Klassen wurde heiße Schokolade getrunken und Paneton gegessen. In der Klasse, in der ich an dem Tag war, gab es dann noch Salat mit Kartoffeln und Hühnchen.

Außerdem war der Donnerstag noch besonders, weil mich meine Eltern gerade besuchen und mich am Donnerstag begeleitet haben. Es war total schön alle Klassen zu besuchen und meinen Eltern zu zeigen, was die Kinder alles gelernt haben (ich habe ihnen in den letzten paar Wochen Weihnachtslieder beigebracht) und natürlich war es auch schön, dass die Kinder meine Eltern mal kennenlernen konnten und fragen stellen konnten, schließlich treffen sie nicht so oft auf Leute aus Europa mit denen sie sich unterhalten können. Und so kamen dann fragen wie, wie alt sind deine Eltern? Wie haben sie sich kennengelernt? Ob in Deutschland Schnee liegt…

Am Dienstag war im Comedor die Weihnachtsfeier. Es war total schön mal alle Mütter beieinander zu haben und sich noch von den Kindern vor den Ferien zu verabschieden.

Am letzten Schultag war ich zusammen mit Jonas in Villa Independiente. Wir waren als Maria und Josef verkleidet und sind gemeinsam mit den Kinder zu einer nahgelegenen Comisaría gelaufen und die Kinder haben dort ihre Lieder vorgetragen. Dann waren wir noch bei einem Arzt wo die Kinder im Wartezimmer gesungen haben. Zwei Mütter haben mir einfach ihre Babys gegeben, damit ich mit ihnen Fotos mache.

Dann sind Jonas und ich nach Hause und unsere Ferien hatten somit angefangen

Und jetzt natürlich die Frage: was kommt jetzt? Dieses Jahr sind nämlich alle in den Ferien alle Arbeitsstellen geschlossen. Die Schulen, das Comedor und die Bibliothek. Da meine Eltern gerade zu Besuch sind werden wir jetzt erst mal zwei Wochen zusammen reisen. Danach machen Jonas und ich einen Mathekurs in Villa Independiente, weil die Kinder nochmal ein paar Grundlegende Dinge wiederholen müssen und vom restlichen Plan der Ferien, dürft ihr liebe Blogleser euch überraschen lassen…

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und hoffe, dass ihr einen guten Start ins neue Jahr habt 🙂

Zoobesuch, Tanzwettbewerb und die Bibliothek

Ein Zoobesuch, ein Tanzwettbewerb und meine weitere Arbeitsstelle, die Bibliothek. Über die neusten Ereignisse in meinem Arbeitsalltag werde ich also diese Woche berichten.

Dieser Monat ist der Monat de los animales oder de la naturaleza. Deswegen wurde im Colegio Milagros für jede Klassenstufe ein Zoobesuch vorgenommen. Ich durfte die 3. Klassenstufe begleiten. Gemeinsam mit mehr als 70 Kindern haben wir einen Bus genommen und sind zum Zoo gefahren. Dort konnten wir viele verschiedene Tiere sehen und das Highlight war der Vogelbereich in welchem einer der Papageien eins der Kinder angeknabbert hat. Die Kinder haben natürlich geschrieen und ich habe mich gemeinsam mit der Klassenlehrerin kaputt gelacht.

Natürlich habe ich dieses Thema dann sowohl in Colegio Milagros als auch in Villa Independiente in meinen Unterricht einfließen lassen. Wir haben also los animales del zoológico – die Tiere aus dem Zoo – gelernt.

Außerdem habe ich mitgekriegt, dass die Schüler von Colegio Milagros das Schwimmbad besucht haben.

Die letzten zwei Wochen sind zum Comedor immer weniger Kinder gekommen. Irgendwann hat sich herausgestellt, dass die Kinder in ihrer Schule tanzen, denn am Wochenende ist der Geburtstag der Schule und dafür gibt es einen Tanzwettbewerb. Wir wurden dazu eingeladen und waren natürlich auch total neugierig weswegen wir dann heute Vormittag zur Schule gefahren sind.

Noch mal zur Erinnerung: Das Comedor bzw. der Essensaal, der in dem Viertel La Mansion ist, ist meine Arbeitsstelle bei der ich nachmittags gemeinsam mit den Kindern esse und danach etwas unternehme. In diesem Viertel, La Mansion, gibt es nur eine Schule zu der fast alle Kinder des Comedors gehen. Ich unterrichte in dieser Schule allerdings nicht.

Meine weitere Arbeisstelle habe ich ja schon mal erwähnt, die Bibliothek. Ich war bisher drei mal dort und habe mich dazu entschieden dort alle zwei Wochen, einmal die Woche zu arbeiten. Die Bibliothek ist ein Ort zu dem Kinder aus dem Viertel La Mansion kommen können um ihre Hausaufgaben zu machen. Letztendlich ist es wie eine Nachhilfe.

Halloween, krank sein und viel Zeit mit meiner Gastfamilie

Die letzten zwei Wochen sind unglaublich schnell vorbei gegangen und waren mal ein bisschen anders als bisher.

Die Woche nach dem letzten Blogeintrag war sehr anstrengend. Ich war total schlapp und habe mich jeden Tag aufraffen müssen arbeiten zu gehen. Am Ende der Woche kam dann das Resultat: ich bin richtig krank geworden.

Dementsprechend war ich diese Woche nicht arbeiten und lag die ganze Zeit im Bett. Dadurch habe ich viel Zeit zum Nichtstun gehabt, was so gut wie nie passiert.

Normalerweise ist meine Woche voll mit arbeiten, Freunde treffen und sonstige Haushaltsdinge, die man halt erledigen muss.

Diese Woche war ich allerdings nicht in der Lage irgendwas davon zu machen und hatte dadurch so viel Zeit zum nachdenken. Die meiste Zeit bin ich hier sehr glücklich und kann mir teilweise gar nicht vorstellen wieder nach Hause zu fliegen. Ich bin unglaublich dankbar das ganze erleben zu dürfen und schätze es sehr.

Trotzdem habe ich manchmal Zweifel oder es gibt Situation in denen ich mich nicht zu 100 Prozent wohlfühle, weil manches nun einfach mal noch fremd ist. Allerdings finde ich es schwierig über diese Dinge hier auf meinem Blog zu schreiben, da ich nicht weiß, wie ich es erklären kann sodass ich schreibe was ich auch tatsächlich meine. Ich hoffe du verstehst was ich versuche zu sagen.

Naja, auf jeden Fall ist dieser Blog aber auch nicht dazu da alles schön zu reden. Er ist schließlich dazu da von meiner Zeit hier in Peru zu berichten. Und diese Tage in denen ich krank war waren nicht so schön. Ich habe es vermisst, in meinem Bett zuhause (in Deutschland) zu liegen. Die Natur aus dem Wohnzimmer aus zu sehen und einfach alles zu kennen.

Trotz des krank seins und dem bisschen Heimweh waren die Tage zuhause sehr wertvoll. Ich konnte viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen. Mein Gastbruder (er ist fast 2 Jahre alt) hat mich ganz oft zum Lachen gebracht und meine Gastmutter und meine Gastoma haben sich sehr toll um mich gesorgt. Nicht nur mit Medikamenten und Tees sondern auch indem sie sich mit mir lange unterhalten haben und für mich da waren.

Ich schreibe es glaube ich in jedem Blogeintrag, aber ich kann es gar nicht oft genug sagen. Mit meiner Gastfamilie habe ich unglaubliches Glück.

Ja, dann kam Halloween. Viele Freunde und auch mein Tandempartner sind übers lange Wochenende weg gefahren. Ich war allerdings in Arequipa, da das nach den „kranken“ Tagen nicht so schlau gewesen wäre.

Halloween war ganz anders als in Deutschland. Ich habe zwar nicht viel Dekoration an Häusern gesehen, aber es wurde groß gefeiert: Ich bin zum Plaza de Armas gelaufen und schon auf dem Weg dorthin waren auf den Straßen Bierbänke aufgestellt und Strassenstände bei welchen man sich Essen wie Fleisch mit Kartoffeln kaufen konnte.

Der Plaza de Armas war voll mit Menschen. Ich habe dort noch nie so viele Menschen gesehen. Und alle waren verkleidet.

Zusammen mit Freunden bin ich auf zwei Halloweenpartys gegangen und es waren wieder alle richtig gut verkleidet. (Kleine Spanischlektion am Rande Kostüm heißt Disfraz). Und es waren wieder total viele Leute da. So ein bisschen wie man das aus amerikanischen Filmen kennt.

Am Samstag hatte ein Freund Geburtstag und auf seiner Feier habe ich wieder neue Leute kennen lernen können.

Das Wochenende habe ich genutzt um mich auszuruhen und richtig gesund zu werden.

Morgen (Montag) geht es dann wieder los mit Arbeiten und ich freue mich die Kinder wieder zu sehen.

Abschließend möchte ich gerne wissen, was du gerne mehr lesen möchtest. Die Zeit verfliegt so schnell vorbei, dass ich manchmal das Gefühl habe nicht so viel Neues berichten zu können. Deshalb schreibe mir gerne 🙂